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Das Adventsfest am Samstagabend im Ersten – Macher ideenlos?

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Florian Silbereisen (Adventsfest, 2013) Bildrechte: Daniela Jäntsch

Am Samstagabend lief im Ersten das Adventsfest der 100.000 Lichter. Der ein oder andere Zuschauer stellte sich wahrscheinlich mit Fug & Recht die Frage, ob einige Künstler dort in einer Art „Daueranstellung“, die womöglich bis zur Rente reicht, beschäftigt sein werden.

Bis das Adventsfest am vergangenen Samstag überhaupt langsam in Fahrt kam, war es bereits nach 21.15 Uhr. Bis dahin musste man u.a. einen singenden Schauspieler (Hardy Krüger Jr.) ertragen, der irgendwie an schlimmste Blaue-Bock-Zeiten erinnerte, bei dem ebenfalls Promis dazu genötigt worden musikalisch in Erscheinung zu treten, obwohl sie des Singens nicht mächtig waren.

Dasselbe Malheur bei den Steiners und Katarina Witt, dessen Auftritte binnen weniger Minuten einen Fremdschämfaktor in Gang setzten, so dass man sich als TV-Konsument mehr oder minder genötigt fühlte sofort umzuschalten. Nicht, dass etwas falsch verstanden wird, die Promis sind allesamt extrem nett und talentiert – in ihrem Fach, aber nicht als Sänger oder Performer … dafür gibt es talentierte Künstler, Musiker und Tänzer, die mit Sicherheit beim Adventsfest für mehr Weihnachtsstimmung gesorgt hätten!

Beste TV-Unterhaltung liefern – wo liegt das Problem? Am Samstagabend liegen Kleinkinder – so sollte es wenigstens sein, nach der Ausstrahlung des Sandmännchens im Bett und schlafen fest. Oder? Im Ersten scheint man dies anders zu sehen. Dort läuft das Kinderprogramm bis in die Primetime. Warum schalten so wenig Menschen mittleren Alters das Adventsfest ein? Diese Frage stellt sich nicht mehr, wenn die „Spatzen“ ihren ersten Auftritt absolvierten. Wollen diesen Auftritt eines Kinderballettes Erwachsene tatsächlich sehen? Die Quoten sprechen da eine deutliche Sprache – Nein! Am Samstagabend möchten Erwachsene bestens (zeitgemäß) unterhalten werden, unter anderen mit aktueller Tanzmusik und vielleicht einem kurzen interessanten Talk.

Klar, es handelt sich beim Adventsfest um eine Weihnachtssendung, da gehören Jesus, Christkind, Nikolaus sowie das Friedenslicht dazu! Doch die Verantwortlichen sollten diese Themen besser „verkaufen“ – nicht so wahnsinnig langatmig und tränenreich – bis hin zum Fremdschämen! Die Geburt Jesus Christus sollte fröhlich gefeiert werden. Es ist eine besinnliche, aber vor allem eine fröhliche „Adventszeit“!

Das so eine Sendung auch einen enormen Anspruch haben kann, bewiesen Florian Silbereisen mit seinen Gesangeinlagen (u.a. sein Auftritt zusammen mit den Overtones) sowie Nicole, Ute Freudenberg & Christian Lais und Andrea Berg, die großartige Auftritte hinlegten – Gänsehaut-Atmosphäre. So sollte die ganze Sendung aufgebaut sein – dann würden erstens mehr und zweitens auch Menschen mittleren Alters den Weg ins Erste finden!

Thema – immer die selben Künstler: Ein Blick der verantwortlichen Produzenten der „Feste“ in die unzähligen Radio-Hitparaden könnte hilfreich bei der Künstlerauswahl sein. Dort tummeln sich großartige Sänger und Sängerinnen, die es allesamt verdient hätten in einer Primetime-Sendung aufzutreten. Dadurch hält auch eine weitere musikalische Klangfarbe Einzug in die Feste. Newcomer, Etablierte und Kultstars – das wär’s, oder?

Die Feste haben mit Florian Silbereisen einen der besten (wenn nicht sogar den besten) Moderatoren im deutschsprachigen Raum an der Hand. Wie gut der Mann seinen Job macht, konnte man am Samstag verfolgen. Bestes Outfit, kein „Ähm“ oder „Ähhs“, keinem Gast fiel Silbereisen ins Wort. Er war professionell vorbereitet und stand wie ein Fels in der Brandung – hielt den Zuseher damit bei bester Laune. Eine großartige Moderation – besser geht nicht!

Für das Jahr 2014 wünsche ich mir, dass die Feste ihren teilweise „altbacken“ wirkenden Eindruck ablegen und richtig Gas geben – dann klappts auch mit mehr „jüngeren“ Zuschauern!

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Über Dirk Neuhaus (933 Artikel)
Er gehört zur Stammbesetzung von Hit-Oase.de und schreibt News, verfasst Specials, Konzertberichte sowie CD-Besprechungen.

1 Kommentar zu Das Adventsfest am Samstagabend im Ersten – Macher ideenlos?

  1. Günter und Heike Rickers // 4. Dezember 2013 um 08:01 //

    Wir haben uns von dem Elend befreit und auf den Aus-Knopf gedrückt. Wohl schade, da später Ute Freudenberg und Christian Lais kamen, die wir eigentlich hören und sehen wollten. Wie nur kann so viel Geld für so viel Mist ausgegeben werden? Meinen die „Anstalten“, die hohe Einnahme durch die veränderten Gebühren müsse auch höhere Ausgaben für minderwertige Sendungen mit sich bringen? Neuerdings fühlt sich beinahe Jeder, der meint, prominent zu sein, verpflichtet, „zu singen“. Es wäre besser, diese Leute überließen es denen, die es tatsächlich können.

    Auch die „tanzenden“ Kinder gingen uns auf den Nerv, es ist geziertes Getue, das nicht zu Kindern passt. Diese Einlagen sollten auch entfernt werden, genau wie in Kürze das Fernsehballett. Das „Getanze“ lenkt vom Singen der wahren Künstler ab. Wir haben uns für Sendungen dieser Art seit Jahren ein „Einschaltverbot“ auferlegt, diese Zeit können wir besser nutzen. Da doch alles Playback ist, legen wir uns lieber eine DVD auf.

    Wie bereits oben geschrieben, war diese Sendung für uns Aufnahme, da Ute Freudenberg und Christian Lais unter den Mitwirkenden waren.

    Wann endlich gibt es eine Sendung am Wochenende, wo die Zeit nicht verschenkt war. Aber, wenn viel Geld investiert wird, wie z.B. früher bei Gottschalk, jetzt Lanz, dann m u s s es doch eine tolle Veranstaltung sein…

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