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Matthias Reim – Phoenix

Phoenix - Mal rockig, mal tanzbar, mal nachdenklich. Aber immer zu 100 Prozent Matthias Reim.

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Matthias Reim (Phoenix) Matthias Reim, Phoenix - Bildrechte: RCA Deutschland, Sony Music

Matthias Reim – der Mann, der Mythos, das Stehaufmännchen – oder muss man bei ihm eher Stehaufkerl sagen? Kaum einer hat so viele hohe Höhen und extrem tiefe Tiefen erlebt wie er. Und kaum einer schafft es, selbige Tiefs in profitables Material umzuwandeln. Da geht’s von einer Biographie namens „Verdammt, ich leb noch“ bis hin zu einigen so genannten „Comeback“-Alben wie „Sieben Leben“ oder „Unendlich“. Dabei war er doch eigentlich nie so richtig weg, denn neue Alben sind auch nach dem ersten Riesenerfolg 1990 weiterhin immer regelmäßig erschienen, nur fanden diese halt nicht mehr die selbe kommerzielle Beachtung. Erst 23 Jahre nach seinem Debüt war es ihm vergönnt, mit „Unendlich“ wieder die Pole Position in den deutschen Albumcharts einzunehmen. Ob dies auch mit Phoenix gelingt, dem ersten Album nach seiner Herzmuskelentzündung, wird sich zeigen. Soviel steht aber jetzt schon fest: Es ist wieder mal Comeback-Time im Hause Reim.

Mit „Das Lied“ fällt der Startschuss ins neue Album. Ein flotter Opener mit allen Reim-Trademarks, die auch schon „Einsamer Stern“ zum Hit haben werden lassen. Anfangs weiß man noch nicht genau welcher Song denn nun mit „Das Lied“ gemeint ist, aber es gibt gegen Ende des Songs mit der Zeile „so ein Lied krieg ich nur einmal hin“ einen Hinweis darauf, dass es „Verdammt, ich lieb dich“ sein könnte. Schließlich heißt es im Refrain ja auch „das Lied ließ meine Träume fliegen“ – und welches Lied, wenn nicht „Verdammt, ich lieb Dich“ hat wohl sonst seine Träume fliegen lassen?

Es folgt die erste Vorab-Single „Alles was ich will“, die mit modernen charttauglichen Zutaten zu überzeugen weiß. Eine flotte Dancenummer mit akustischer Gitarre, die er sich offenbar bei Avicii ausgeliehen hat. Für die Synthesizer hingegen scheint hier David Guettas „Lovers On The Sun“ Pate gestanden zu haben. Sehr angenehm, dass Reim hier mal etwas Neues gewagt hat und mit der Wahl zur Single nicht auf „Nummer sicher“ gegangen ist.

Mit „Zu früh um zu gehen“ folgt dann die erste Ballade des Albums, in der Reim die Zeit seiner Erkrankung verarbeitet und den Beschluss fasst seinem Leben eine neue Richtung zu geben. Textlich zwar bedeutungsvoll, aber musikalisch gab es schon mitreißendere Reim-Balladen. In „Erlöse mich“ gibt er zu, dass er vor lauter Sehnsucht gerade zuviel raucht und zuviel trinkt – okay, das haben wir schon in gefühlt zwanzig anderen Reim-Songs ebenso gehört. Musikalisch allerdings führt die Nummer nach einem ruhigen Intro und einer sparsam arrangierten ersten Strophe dann im Refrain zu einer echten Explosion. „Erlöse mich!“, fleht er – und man glaubt es ihm.

Bei „Asyl im Paradies“ klingen dann ganz offensichtliche Ostrock-Einflüsse der Marke Puhdys oder Silly durch. Kein Wunder, hat sich Reim doch längst mittels einiger Coverversionen alter DDR-Klassiker als Fan dieser Gattung Musik geoutet. Kryptischer, politisch anmutender Text gepaart mit einer melancholischen Melodieführung. „Mein Leben ist Rock’n’Roll“ erschien schon vergangenes Frühjahr als Radiosingle und präsentiert Reim in einem an Smokie erinnernden MOR-Gewand. Textlich ein Rückblick aufs eigene Leben, vom ursprünglichen Berufswunsch als Lehrer zu arbeiten bis zum großen musikalischen Durchbruch.

Mit „Marie“ wird das Ruder wieder in Richtung Tanzbarkeit gesteuert, bevor mit „Drei Akkorde und die Wahrheit“ dann DIE Ballade des Albums erklingt. Ursprünglich sogar als Titelsong dieser CD geplant, bevor dann nach erfolgreicher Genesung der Name „Phoenix“ einfach passender war. „Drei Akkorde und die Wahrheit“ fängt ruhig und angenehm reduziert an, steigert sich dann aber effektiv in ein hymnenhaftes Rockfinale. Wow! Gänsehaut! Das ist Reim, sowas kann einfach nur er.

Mit „Was zieht mich noch zu Dir“ bleibt das Album auf nachdenklichem Balladenkurs, diesmal aber durchgehend dezent und mit einer Gitarre der Marke Dire Straits ausgestattet. „Stoppschild“ zeigt sich dann als Symbiose aus modernen Sounds in den Strophen und lässigem Rock’n’Roll-Rhythmus im Refrain, der an seine Hits aus den frühen 1990er Jahren erinnert. Textlich steht dieser Song im Gegensatz zum munteren musikalischen Arrangement. So steht das Stoppschild hier symbolisch als Mahnmal zum Kürzertreten zu Gunsten der Gesundheit und des Privatlebens.

Privatleben ist gerade ein gutes Stichwort. „Keinen Schritt zurück“ bezieht da deutliche Stellung gegen die Vorurteile zu seiner Beziehung mit der deutlich jüngeren Schlagerkollegin Christin Stark. Nach einer balladenhaft anmutenden ersten Strophe wird der Song dann im weiteren Verlauf überraschend tanzbar und entwickelt sich zu einem echten Uptempokracher. Das Finale des Albums bestreitet dann der Song „Am jüngsten Tag“, der einen wirklich stimmigen Abschluss bildet. Hier appelliert Reim schon fast religiös anmutend an „die da oben“ und bekundet den festen Willen zu einem Neuanfang, seine neu gewonnene Chance zu nutzen und sein Leben zumindest ein bisschen in eine andere Richtung zu lenken. Einen Heiligenschein wird er wohl laut eigener Aussage nicht mehr hinbekommen, aber wenn er jetzt anfängt sich zu ändern, kommt er ja vielleicht doch noch ins Plus.

„Phoenix“ zeigt einen Matthias Reim, der persönlicher denn je seine Höhen und Tiefen und vor allem das im vergangenen Jahr Erlebte verarbeitet. Es ist ein vielseitiges Album geworden, das sowohl einige Uptempo-Nummern, aber auch einen hohen Midtempo- bis Balladenanteil zu bieten hat. Mal rockig, mal tanzbar, mal nachdenklich – aber immer eines: 100 Prozent Reim.

Matthias Reim - Phoenix

Titel: Phoenix
Künstlerin: Matthias Reim
Veröffentlichungstermin: 15. April 2016
Label: RCA Deutschland
Vertrieb: Sony Music
Format: CD & Digital
Genre: Schlager, Deutsch Rock
Tracks: 14
Bewertung: 4 von 5 möglichen Punkten“

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Trackliste:

01. Das Lied
02. Alles was ich will
03. Zu früh um zu gehen
04. Erlöse mich
05. Träume
06. Asyl im Paradies
07. Mein Leben ist Rock’n’Roll
08. Marie
09. Drei Akkorde und die Wahrheit
10. Was zieht mich noch zu Dir
11. Stoppschild
12. Ich bin raus
13. Keinen Schritt zurück
14. Am jüngstem Tag

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