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Ein paar Tränen von Vanessa Mai in Dresden

Vanessa Mai gab Konzert im "Alten Schlachthof" in Dresden.

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Vanessa Mai - Live in Dresden Vanessa Mai - Bildrechte: Andreas Weihs

Ihr Herz schlägt Schlager. Das konnten die Besucher ihres Konzertes im „Alten Schlachthof“ live erleben. Shooting-Star Vanessa Mai sang sich durch ihr noch schmales Repertoire und stellte auch ein paar Coversongs dazu. Das Publikum – bunt gemischt von Kindes- bis Seniorenalter – ließ sich sofort von der Musik mitreißen, stand auf, klatschte mit und später wurde auch noch gesungen.

Ihre Bühne war – zumindest für ein Schlagerkonzert – ziemlich ungewöhnlich: Ein großes Baugerüst beherrschte die Szenerie, davor auf der eine Seite ein Schlagzeug und auf der anderen Seite in Personalunion Keyboard und Gitarre. Eine Zwei-Mann-Band, die „wie 12 Musiker klingt“. Dazwischen die Sängerin, für die die Größe der Bühne noch eine neue Erfahrung ist, sie lief singend umher, nutzte auch mal das Gerüst, eine durchgehende Choreografie des Auftrittes war aber nicht zu erkennen. Erst als Tänzer hinzukamen, konnte die Sängerin sich und ihre Lieder auch in Szene setzen.

Wenn Helene Fischer und Andrea Berg eine künstlerische Pause machen, ist Vanessa Mai die wohl derzeit erfolgreichste Sängerin des deutschen Schlagers. Sie ist jung, gibt sich nahbar und sympathisch. Und sie bedient ein Segment, das vor allem bei den Jugendlichen immer beliebter wird. Heute stehen auch junge Leute dazu, Schlager-Fan zu sein, kaufen die Alben und Konzerttickets. Da kommt eine Vanessa Mai gerade recht und auch ihr aktueller Produzent Dieter Bohlen war zur rechten Zeit am rechten Ort. Der nahm ein paar Notenblätter zur Hand, variierte ein paar Noten, Stempel drauf und schob alles samt der Sängerin in eine gerade offene Schublade. Erfolg vorprogrammiert.

Vanessa Mai

Vanessa Mai live auf der Bühne in Dresden – Bildrechte: Andreas Weihs


Nun ist die 24-jährige auf ihrer ersten großen eigenen Tour unterwegs. Die Freude darüber teilte sie auch mit den Besuchern ihres Konzertes. Sie erzählte zwischen den Liedern viel von und über sich, wem das noch nicht reichte, der bekam noch Videoeinblendungen zu sehen, wo zu erfahren war, dass sie als 15-jährige in Las Vegas zu HipHop-Meisterschaften flog, sie seit jeher Michael Jackson und Britney Spears als Vorbilder hat, und sie ihre Fanpost noch selbst beantwortet. Der 10-jährige Tamino, den sie spontan auf die Bühne holte, ließ sie beim gemeinsamen Foto „zittern“ und stellte ihm (in Anwesenheit seiner Mutter) „peinliche“ Fragen, wie „Hast du schon eine Freundin?“, um dann heraus zu platzen „Du machst mich ganz verrückt!“ Später wollte der Kleine zunächst nicht die Glücksfee sein, die die Gewinner eines Meet & Greets zieht. Er hat’s dann aber doch gemacht.

Dazwischen gab es natürlich auch viel Musik. Lieder des Solo-Debütalbums, wie „Meilenweit“, „Wie ein Blitz“, „Phänomenal“, „Ich sterb für Dich“ … denen unverkennbar Dieter Bohlen seinen Stempel aufdrückte. Das kann nach einiger Zeit des Zuhörens schon mal etwas langatmig werden, der Bohlen-Sound ist klar strukturiert, bietet kaum breitgefächerte Facetten. Der möglichen Langeweile versuchte Vanessa Mai entgegenzuwirken, indem sie kleine musikalische Gimmicks einflocht, wie Reggae-Rhythmen, ein Funky-Intro (zu „Wunder gibt’s nicht nur im Himmel“), einen Lambada-Tanz und natürlich Coverversionen, wie Nenas „Irgendwie Irgendwo Irgendwann“. In einem Akustikset hörten die Fans auch noch „Das Beste“ (Silbermond), „Ohne Dich (Schlaf‘ ich heut‘ Nacht nicht ein)“ (Münchner Freiheit) und auch ein früheres Wolkenfrei-Lied („Jeans, T-Shirt und Freiheit“).

Ihr Publikum im gut gefüllten Schlachthof war gekommen um zu feiern. Immer wieder standen sie von den Stühlen auf, klatschten mit, wippten mit den Knien und sangen die bekanntesten Lieder mit. Und als Vanessa Mai schließlich am Ende der Show auf der Bühne saß und sich für den Abend bedankte, flossen bei ihr sogar ein paar Tränen.

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