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Die Welt ist klein und wir sind gross!

Mark Forster startet seine Tape-Tour in der Messe Dresden.

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Mark Forster - Live in Dresden Mark Forster - Bildrechte: Andreas Weihs

Ach wie war das noch beschaulich, übersichtlich und irgendwie gemütlich, so eine Mark Forster Show vor nicht allzu langer Zeit. Heute ist das ganz anders, heute werden die großen Bühnen gerockt, das TV machts möglich, seit er in diversen neuen Formaten präsent ist. Vorgestern startete der Sänger mit dem verschmitzten Lächeln und der Basecap seine Tape-Tour in der Messe und alles deutete unvermeidlich in Richtung Materialschlacht.

Denn: Nun spielt es keine Rolle mehr, ob da 3 oder 300 Lampen im Bühnenhimmel hängen. Alles für die Show. Da wird geklotzt, eine gigantische Lichtbatterie in die Traversen gepackt. Grelles weißes Licht in Flächen, Stäben und Lampen. Der Sound in Stärke nicht minder imposant. Doch genau das – nämlich das man alles in das Technik-Case packt, was machbar ist – das kann einem auch auf die Füße fallen.

Mark Forster begeistert das Publikum in Dresden

Mark Forster begeistert das Publikum in Dresden – Bildrechte: Andreas Weihs


Als der Vorhang fällt, kommt ein gutgelaunter Mark Forster ins Rampenlicht, startet mit „Sowieso“ gefolgt von „Was Ernstes“, die ersten Fan-Reihen singen schon mal mit. Noch nicht so enthusiastisch, aber schon textsicher und irgendwie auch der Welt entrückt. Sie tauchen ein in die Welt des Mark Forster. Und der checkt schon mal seine Fähigkeiten, eine Fan-Hysterie anzuzetteln, indem er die rund 2000 Leute in der Messe auf Kommando die Arme hoch nehmen und jubeln lässt. Das klappt schon mal, und wird im Laufe des Abends natürlich noch verfeinert. Bis hin zum enthusiastischen Sprung aus der Hocke, um einmal im Kollektiv gehörig auszuflippen.

Als auf der abgedunkelten Bühne ein instrumentales Zwischenspiel ertönt, „schleicht“ sich Forster mit seinem Gitarristen am Rande des Publikums hin zu einer B-Stage inmitten des Publikums. Dort beginnen sie ein kleines Akustik-Set und singen „Einer dieser Steine“. Sofort strömen auch Zuhörer aus den hinteren Reihen in die Richtung, zücken ihr Handy um alles möglichst hautnah im Video festzuhalten. Keiner merkt, dass mit dem Blick auf das Display das wirkliche Leben – die Performance der beiden Musiker – einfach an ihnen vorbei läuft. Gewagt ist der Rückweg auf die reguläre Bühne auf direktem Wege. Dort geht es dann weiter mit dem bei Rock- und Popkonzerten inzwischen wohl schon zum guten Ton gehörenden Akustikset. Optisch schön anzusehen ist die kleine Runde um den Sänger, der seine Musiker sitzend um sich versammelt, während er singt. Doch Unplugged oder „ohne Stecker“ heißt bei Mark Forster nicht unbedingt, dass es ruhig und beschaulich wird, dass der Strom gänzlich von den Instrumenten getrennt wird. In dieser Situation kann es auch mal richtig laut werden, wie zum Beispiel am Finale von „Königin Schwermut“ oder während „Ey Liebe“.

In musikalischer Aktion - Mark Forster

Mark Forster in musikalischer Aktion – Bildrechte: Andreas Weihs


Auch die Harlem Gospel Singers spielen eine Rolle in der Show. Der Chor, den Forster als den „besten der Welt“ bezeichnet, wird per Skype zugeschaltet und soll mit ihm singen. Doch da kommt, wie Eingangs beschrieben, die Gewaltigkeit der Live-Produktion zum Tragen, die nicht immer nur positive Auswirkungen hat. Leider geht der sicher brillante Gesang des US-amerikanischen Chores in der Gesamt-Lautstärke unter. Der Dynamikumfang wirkt flach und macht die Darbietung nicht wirklich zu einem Hörerlebnis. Genauso geht es allerdings auch Forster selbst über viele Passagen. Sein Gesang klebt in der Nähe, fast schon auf dem Level der Musik, so dass Beides leicht verschmilzt und damit die Textverständlichkeit bedeutend leidet.

Kurz vor dem Finale der Show kommt mit „Au Revoir“ noch ein großer Hit, den wohl alle hier in der Messe kennen. Dementsprechend euphorisch ist die Reaktion darauf, es wird getanzt, gesungen und geklatscht. Forster feiert sich dabei selber, lässt die Massen singen und genießt es. Vor ihm steht junges bis sogar sehr junges Publikum, auch Kinder mit ihren Eltern, die begeistert mit wippen, die Handys hoch in die Luft halten, um einige verwackelte Bilder und ziemlich schräg belichtete Videos mit nach Hause zu nehmen und für die Ewigkeit zu konservieren. Und Mark Forster singt dazu „Die Welt ist klein und wir sind groß“, sichert sich damit letzte „oh oh oh`s“ von seinen Zuhörern und vermittelt in selbiger Zeit eine positive Botschaft. Alle sind glücklich – und das ist es, was zählt.

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