Ich stelle mir ein Familienfoto von Fine Glindvad und all ihren dänischen Schwestern vor. Es ist in lebendigen Farben gehalten, aber Glindvad erscheint sepiafarben. In einer Musikszene, in deren Quellcode das Bliss-Hintergrundbild eingebettet ist, blickt Fine noch weiter zurück und zeichnet ein grünes, unheimliches Tal zwischen Laurel Canyon und Kopenhagen auf. „Everything in the Shade“ aus ihrem neu angekündigten Album, Jazz-Träumekönnte fast als eine lange verschollene Goffin-King-Demo durchgehen, aber es ist zu rutschig. Der Grundakkord des Liedes ändert sich ständig und Fines Stimme ist wie vorübergehende Gesichtsblindheit: Ist das Hope Sandoval? Lana Del Rey? Dido? Ihre schöne junge Vorschullehrerin, die immer noch in Träumen zu Ihnen kommt?

Jemand wie ML Buch – ein Mitabsolvent des Kopenhagener Konservatoriums für Rhythmische Musik – scheint außerirdische Lebensformen aktenkundig zu katalogisieren. Hier und auf Fines Debüt 2024, Rockige Top-Balladendie außerirdische Begegnung findet immer im Hintergrund oder einfach außerhalb des Bildes statt. Erdgebundene Technologien können Andreas Murgas butterweichen Gitarrenton einfach nicht erklären. Und während „Everything in the Shade“ für ein feines Lied überaus lesbar ist, dreht es sich um dieses kryptische Mantra: „to be the rain on the Hill.“ Für mich bedeutet das: Lass mich euch alle streicheln, jeden Quadratzentimeter auf einmal. In ihrer Taschendimension macht Fine kurzzeitig den wissenschaftlich unplausiblen Klang möglich.