Meldungen

Heinz Rudolf Kunze: Rauf auf den Schwebebalken und Balance behalten!

Rockpoet Heinz Rudolf Kunze auf Lesetour zu seinem neuesten Buch "Schwebebalken: Tagebuchtage".

Tickets bei www.eventim.de
Heinz Rudolf Kunze - Lesetour Heinz Rudolf Kunze - Lesetour. Bildrechte: Andreas Weihs

Heinz Rudolf Kunze ist ein Meister des geschliffenen Wortes. Nicht umsonst haftet ihm das Etikett „Rockpoet“ an – und es trifft auf den Sänger, Musiker, Autor und Schriftsteller zu, wie wohl auf kaum einen anderen Künstler aus deutschen Landen. Er ist zudem sehr produktiv, allein im vergangenen Jahr veröffentlichte er zwei Musikalben, zwei Bücher, absolvierte eine Tournee mit seiner Band und am Ende des Jahres schrieb er die Texte für ein neues Musical. Damit sein Leben nicht langweilig wird, kommen gleich zu Beginn des neuen Jahres einige Autogrammstunden dazu und kurz vor dem Start seiner Meisterwerke-Tournee Anfang März auch noch eine Lesetour durch ausgewählte Städte mit Texten aus dem Buch Schwebebalken: Tagebuchtage.

Auf der Bühne: Ein Tisch, eine Leselampe, ein Mikrofon und zwei Gitarren, von denen zunächst nur eine benutzt wird. Die liegt in den Händen von Carsten Klatte, einem in Berlin lebenden Gitarristen und Begleiter von Heinz Rudolf Kunze auf dieser literarisch-musikalischen Reise. Alles entspannt. Entsprechend unaufgeregt, ja sogar unspektakulär, kommen Kunze und Klatte auf die Bühne, nehmen Platz und los gehts. Ab auf den „Schwebebalken“ Kunze’scher Wortakrobatik. Aufgabe fürs Publikum im Saal: Die Balance halten angesichts der schnell aufeinanderfolgenden Geschichten, Gedankensplitter, Phrasen, Reflexionen. Konzentration um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Und den Faden. Kunze macht es seinen Zuhörern nicht leicht, schnell kommen die Worte aus seinem Mund. Mal sind es nur ein, zwei Sätze, Gedankensplitter. „Frauenquote für Herrentoiletten – Die letzte Männerbastion muss fallen“ oder die Aufzählung von Gelegenheiten, sich zuzuprosten, was nach Minuten in der Erkenntnis mündet: „Alkohol braucht keinen Grund, nur einen offenen Mund“. Aber Kunze liest auch kleine Geschichten, die oft überraschend enden. Wendungen, die man oft nicht erwartet.

Heinz Rudolf Kunze und Carsten Klatte

Heinz Rudolf Kunze und Carsten Klatte. Bildrechte: Andreas Weihs


Christian Klatte setzt mit seiner Gitarre da ein, wo Heinz dramaturgische Pausen setzt. Die beiden verstehen sich offenbar blind, ohne große Absprachen oder gar Zeichen, wechseln sie sich mit den Einsätzen reibungslos ab. Die Gitarre webt jazzige Noten, streift Rock, ein Sound, den man so selten hört, weil er etwas ganz eigenes ist. Klatte nennt seinen Stil „Jazzuism“, es sind freie Improvisationen, die je nach Stimmung entstehen und die Texte von Kunze wunderbar ergänzen. So manches Mal sieht man den Rockpoeten zur Musik mit dem Kopf wippen, mit einem smarten Lächeln im Gesicht.

In seinen Tagebuch-Notizen kennt Kunze kaum Tabus. Es darf alles gesagt werden. Und da kommt einiges zutage. Wer da meint, da müsse doch ein „roter Faden“ sein, der irrt. Kunze macht Gedankensprünge, wie sie größer, auseinanderklaffender, kaum sein könnten. Spießer, Fußball, Musik, Historie – ausgefeilte Worte, geschliffene Sätze, pointiert. Pausen für die Zuhörer nur, wenn Klatte zur Gitarre greift und mit seinem Spiel eine Stimmung erzeugt, die mal beruhigend, und mal aufregend ist, aber immer stimmungsvoll.

Irgendwann sagt Kunze: „Es hat sich bei den Lesungen eingebürgert, dass dieser Gegenstand nicht ganz umsonst dort steht“, sagt er mit Blick auf die zweite Gitarre, die hinter ihm steht. Dann greift er sich das Instrument und singt „Es ist in ihm drin“ vom Deutschland-Album, aber auch „Lügner“, das dem Singer & Songwriter Townes van Zandt gewidmet ist und das er mit seinem Sideprojekt Räuberzivil aufnahm, und natürlich den Titelsong seines letztjährigen Rockalbums „Deutschland“.

Auch hier bleiben Zugaben nicht aus, wie die Ballade „So wie du bist“, die auch Maschine, Ex-Puhdy, für sein neues Soloalbum aufnahm. Oder auch das Toten-Hosen-Cover „Alles nur aus Liebe“. Die Fans freuts und Heinz Rudolf Kunze bekam nunmehr die Gelegenheit, eine Brücke zu schlagen zu seinem Cover-Album „Meisterwerke“, mit dem er in wenigen Wochen auf große Tournee geht.

Tickets bei www.eventim.de