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Auf den Kopf gestellt: 4000 Fans, eine grandiose Band und Roland Kaiser

Manchmal möchte ich schon mit Dir … Roland Kaiser in der SachsenArena Riesa.

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Roland Kaiser - Konzert in Riesa Roland Kaiser - Konzert in Riesa. Bildrechte: Andreas Weihs

„Dich zu lieben“, „Santa Maria“, „Manchmal möchte ich schon mit Dir“, „Extreme“ und „Joana“ – kaum ein Gassenhauer aus seiner langen Karriere, den Roland Kaiser nicht singt an diesem Abend. Doch das ist lange noch nicht alles: Die Zuhörer erwartet eine Mischung aus alten und neuen Liedern, aus Balladen und Partykrachern, von nachdenklich bis humorvoll. Auf den Kopf gestellt heißt sein aktuelles Album und so ist auch das Motto seiner jetzigen Tournee überschrieben, die Roland Kaiser vor wenigen Tagen in die SachsenArena Riesa führte.

Auftritte in Sachsen sind für den Schlager-Kaiser seit Jahren immer wieder so etwas wie ein „Heimspiel“. Man denke nur an die „Kaisermania“ Open Airs im Sommer am Dresdner Elbufer. Offensichtlich hat er hier die treuesten Fans, erlebt die beste Stimmung, liefert die größte Schlagerparty. Auch an diesem Abend kommen mehr als 4000 Fans, um mit dem Sänger zu feiern. Schon als Roland Kaiser aus dem nebligen Bühnenhintergrund erscheint, schwappt ihm eine Welle der Begeisterung entgegen, die so schnell nicht wieder abebbt.

Roland Kaiser - Blick auf die Bühne

Roland Kaiser – Blick auf die Bühne. Bildrechte: Andreas Weihs


Mit dem Album-Titelsong und „Kein Problem“ stehen erst einmal zwei neuere Lieder am Anfang, doch schon dann wird in den Erinnerungen gekramt und mit „Lieb mich ein letztes Mal“ (1981) frühes Liedgut zutage gefördert. Der Saal ist zwar bestuhlt, doch schon bald halten es die ersten begeisterten Fans nicht mehr sitzend aus. Sie stehen auf, klatschen den Rhythmus mit und auch an den Seitengängen wird der Platz langsam knapp. Immer mehr Tanzwütige kommen nach vorn, drehen sich hier zu den Melodien, tanzen, träumen, singen. Roland Kaiser – so sieht es jedenfalls aus, vereint die Generationen. Da tanzen Jugendliche, aber auch reifere Semester zur Schlagermusik, lassen sich mitreißen, stürzen sich in einen Taumel beseeltem und kollektivem Glücklichseins.

Der Sound ist, man kann es nicht anders sagen – fett! Kaiser verliert sich gar nicht erst in durch die Jahre angestaubten Arrangements, hier wurde noch mal ordentlich dran gearbeitet und so stehen barrierefrei Lieder aus vier Jahrzehnten auf das Herrlichste nebeneinander, überwinden die Zeitschranken ohne Schaden und wirken wie aus einem Guss. Seine aufgestockte Band ist dabei des Sängers Faustpfand. Allen voran Tina Tandler, die mit ihrem Saxophonspiel so manchen Hit veredelt und gemeinsam mit ihren Mitstreitern an Trompete und Posaune aufpeppt. Strom- und Akustikgitarren, zwei Keyboards und Schlagwerke sorgen für weiteren Druck im Sound, machen das Hörerlebnis rund, nicht ohne an den interessanten Stellen auch noch smarte Ecken und Kanten zu belassen.

Roland Kaiser - Live

Roland Kaiser – Live. Bildrechte: Andreas Weihs


Warum der Kaiser jetzt aber auch noch „Über sieben Brücken“ singen muss? Die DDR hat noch andere schöne Lieder zu bieten, die ebenfalls Haltung und Aussage vereinen. Der „Gebrauch“ nur einiger weniger Lieder dieser Zeit, zu denen der Uralt-Karat-Hit gehört, durch Künstler aus den „Alt-Gebieten“ wirkt fast schon inflationär. Auch, wenn sich „so mancher mit diesem Lied in die Freiheit“ träumte und mit besonderen Erinnerungen verknüpft.

Sehr emotional ist aber vor allem seine Hommage an Udo Jürgens. Mit einem Medley der bekanntesten Lieder – wie „Aber bitte mit Sahne“, „Griechischer Wein“, „Ehrenwertes Haus“ und „Ich war noch niemals in New York“ zollt der Kaiser dem Ende 2014 von uns gegangenen österreichischen Sangeskollegen Tribut und begeistert damit auch das Publikum in der Arena, die auch hier wieder textsicher mitsingen. Die Party geht weiter, mit seinem aktuellen Überflieger-Hit „Warum hast du nicht nein gesagt“ und dem Allzeit-Party-Kracher „Extreme“ liefert er den passenden Soundtrack für die Tanzwütigen. Auch bei der Auswahl der Zugaben beweist Roland Kaiser ein ebenso glückliches Händchen wie schon in den zweieinhalb Konzert-Stunden zuvor, als er u.a. seine „Joana“ besingt und damit das – sein Publikum, noch einmal kräftig pusht, bevor er sich besinnlich verabschiedet: „Bis zum nächsten Mal“ … und das schon bald.

Bildergalerie: Roland Kaiser in Riesa

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