Meldungen

Deutschsprachige Neuerscheinungen: 27. Oktober 2017

Die neuen Alben - u.a. von Max Raabe, Wolfgang Niedecken und die Seer.

Tickets bei www.eventim.de
Neuerscheinungen: CD, Alben CD-Neuerscheinungen: Die neuen Alben in dieser Woche.

Wieder einmal gibt es über zwei Dutzend neue Alben deutschsingender Künstler. Das ist schon eine ordentliche Zahl – für „nur“ eine Veröffentlichungswoche! Vorneweg stehen da Max Raabe, Wolfgang Niedecken und die Seer. Aber auch sonst lohnt der Blick in unsere Liste. Viel Spaß dabei.

Studioalben und Best Of

01. Max Raabe – Der perfekte Moment (wird heut verpennt)

Schon vor über 30 Jahren begann Max Raabe mit seiner prägnanten Interpretation von Uraltschlagern. 1987 erschien „Die Männer sind schon die Liebe wert“, seither (und länger) hat sich der Erfolgssänger, der ursprünglich aus Lünen stammt, dieser „Masche“ verschrieben. Über fünf Jahre mussten die Max-Raabe-Fans auf ein Nachfolgealbum der Erfolgs-CD „Für Frauen ist das kein Problem“ warten. Erneut arbeitete er mit Anette Humpe zusammen, aber auch die Erfolgsautoren Peter Plate und Ulf Sommer wirkten mit, was die Platte einerseits moderner macht, andrerseits aber den Stil Max Raabes weiterhin unterstreicht. Nach wie vor orientiert er sich stilistisch an der Musik der 20er Jahre, die Comedian Harmonists lassen weiterhin grüßen.

02. Seer – Des olls is Hoamat

Exorbitant erfolgreich sind die Seer in ihrer österreichischen Heimat – bereits 10 Mal schafften sie es an die Spitze der Albumcharts in der Alpenrepublik. Mit „Des olls is Hoamat“ legt die vielseitige und anspruchsvolle Band ein absolut bemerkenswertes neues Album vor. Gleich 19 Titel enthält die CD, die sowohl inhaltlich als auch musikalisch einerseits typisch für die Seer ist, andrerseits doch viele Stilistiken enthält – mal balladesk, mal im Country-Stil, manchmal auch schlagerhaft.

03. Amigos – My Star

Es ist unglaublich, wie viele Sampler mit dem Altwerk der Amigos es gibt. Nun wurde es Zeit, dass auch die Diepholzer Plattenfirma DA Music sich des Werks des beliebten volkstümlichen Duos annimmt. Auf „My Star“ wurden Klassiker wie „Sehnsucht, die wie Feuer brennt“ und „Du bist der Wahnsinn“ verkoppelt.

04. Sandy Wagner – Lieblingsschlager

Seit Jahrzehnten ist der Sänger (nein, nicht Sängerin, wie man vielleicht angesichts des Vornamens meinen könnte) Sandy Wagner eine konstante Größe im Schlagergeschäft. Gleich 20 seiner DA-Music-Aufnahmen wurden nun in der Reihe „Lieblingsschlager“ verkoppelt. Vier Jahre nach seiner letzten Album-VÖ wird es die Fans des Iserlohners freuen, wieder einen Tonträger ihres Stars erwerben zu können, zumal auch die aktuelle Nummer „Segelboot im Abendrot“ darauf enthalten ist.

05. Peter Orloff – Seine großen Erfolge

Fast auf den Tag genau 50 Jahre ist es her, dass Peter Orloff es erstmals in die deutschen Charts geschafft hat. Nachdem er im Frühjahr 1967 mit „Das schönste Mädchen der Welt“ bereits einen Achtungserfolg landen konnte, schaffte er es im September 1967 mit „Es ist nie zu spät“ erstmals in die Hitlisten. 16 der zahlreichen Erfolge des beliebten Sängers und Produzenten befinden sich auf dem neuen Sampler „Seine großen Erfolge“.

06. Niedecken – reinrassije Strooßekööter – das Familienalbum

Sehr beliebt ist momentan (einmal wieder) das Phänomen, alten Wein durch neue Schläuche zu pumpen. Im Schlagersegment haben mit Roland Kaiser und Jürgen Drews gleich zwei berühmte Protagonisten ihre Songs neu aufgenommen, kurz zuvor hat selbst Superstar Andrea Berg ebenfalls dieses Erfolgsrezept angewendet. Auch im Rockbereich nimmt man gerne alte Lieder neu auf. Wolfgang Niedecken hat sich allerdings ein Konzept ausgedacht – er hat sich 13 Lieder vorgeknöpft, die das Thema „Familie“ beinhalten und die in ein neues musikalisches Gewand gepackt. Auch ein Wolfgang Niedecken veröffentlicht seine Alben inzwischen in verschiedenen Konstellationen, z.B. im Vinylformat und im Hardcoverbook.

07. Zeltinger – Krank!

Seit knapp 40 Jahren ist der Name Zeltinger aus der Kölner Rockszene nicht mehr wegzudenken. Der selbst ernannte „Asi mit Niveau“ konzentriert sich diesmal auf das Thema „Krankheit“ – man wird halt älter. Der Mann weiß, wovon er singt – Alkoholvergiftung, manishce Depression, neurologischer Notfall – Zeltinger hat das alles durch. Folglich ist es authentisch, was er auf seinem aktuellen Album besingt.

08. ASP – Zutiefst

Die der Schwarzen Szene zugehörige Band ASP wurde bereits 1999 in Frankfurt gegründet. Seit einigen Jahren verkaufen sich die Tonträger der Gruppe sehr erfolgreich. Musikalisch geht man laut Plattenfirma den mit den Top-Alben „fremd“ und „Maskenhaft“ eingeschlagenen Weg weiter. Man geht hinab in die unergründlichsten Tiefen der Menschheit. So gesehen haben Ballermann-Schlager und „die Essenz des Gothic Novel Rock, ein Destillat des ASPschen Schaffens“ ja durchaus etwas gemeinsam… – Fans werden vermutlich zur 2CD-Digibook-Edition greifen, bei der es auf einer Bonus-CD, auf der u. a. eine Hommage an Konstantin Wecker(!?) zu finden ist: „Parole Poesie“.

09. Celo & Abdi – Diaspora

Das deutsche Rapduo Celo & Abdi legt mit „Diaspora“ Album Nummer vier vor – die ersten drei Alben haben die Frankfurter jeweils in die Top-10 der Album-Charts hieven können. Kurios: Die beiden Rapper lernten sich im Rahmen ihrer Tätigkeit bei einem Call-Center kennen. Das Duo steht für seine Anti-israelische Gesinnung teilweise in der Kritik, streitet jedoch Antisemitismus ab. Dennoch bedient man sich überproportional der Sprache Krimineller und thematisiert Rauschgift-Deals. – Das „Ltd. Pack“ des Albums beinhaltet u.a. einen Rucksack.

10. Doro – Für immer

Wenn man älter wird, klammert man sich entweder an Idole, die auch mit Bierbauch und lichten Haaren Erfolg haben (wie das nach wie vor bekannteste Schlagerduo Deutschlands) – oder man orientiert sich an zeitlosen Schönheiten wie Lena Valaitis oder eben Doro, die einfach nicht älter werden wollen. Inzwischen hat es sich bis zur Rocklady rumgesprochen, dass die deutsche Sprache „in“ ist. Folglich hat sie erstmals ein Album nur mit deutschen Titeln, die allerdings teilweise zuvor veröffentlicht wurden, auf den Markt gebracht. Mit „Herzblut“ hat sie sogar einen Titel mit Orchesterbegleitung auf dem Album – die Heavy-Metal-Queen ist definitiv vielseitig.

11. Gisbert zu Knyphausen – Das Licht dieser Welt

Anfang des Jahres lieferte der Wahl-Berliner Gisbert zu Knyphausen mit „Das Licht dieser Welt“ den Soundtrack zur Kinoneuverfilmung des „Timm Thaler“-Klassikers. Nun hat der Musiker ein gleichnamiges Album veröffentlicht. Auf dem Album verarbeitet er sein Leben insbesondere der letzten Jahre. Einschneidend war der Tod seines Bandkollegen Nils Koppruch, mit dem er das Album „I“ veröffentlicht hat und im Anschluss völlig überraschend verstorben ist. Den Weg zurück zur Musik fand er zunächst als Bassist bei seinem Hamburger Kumpel Olli Schulz. Mit neuer Band und neuen Musikern geht zu Kyphausen im Herbst auf Tour. Das dritte Soloalbum des Liedermachers ist musikalisch offener und vielseitiger geworden als seine beiden ersten Alben.

12. Krayenzeit – Von Mond zu Schatten

Mittelalter Folk- und Rockmusik erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. 2011 wurde die Band Krayenzeit in Ludwigsburg gegründet, um in dieser Stilrichtung aktiv zu werden. Das Nachfolge-Album von „Tenebra“ Album Nummer 3 der Band. Mit ihrem Programm geht die Band als Support von „Schandmaul“ im Herbst auf Tour. Mit illustren Gästen wie Katja Moslehner (Ex-Faun), und Anna Katharina Kränzlein (Schandmaul) wurde vorab die Single „Am Leben“ ausgekoppelt.

13. Blankweinek – Dahoam

Das bayerisch-steirische Duo Blankweinek (Andreas Weinek & Harry Blank, der auch aus der TV-Serie „Dahoam is dahoam bekannt ist,) veröffentlicht mit „Dahoam“ seine Debut-CD. Die Stoßrichtung ist es, so etwas wie ein bayerisches Chanson zu entwickeln, wobei bewusst auch Folk- und Countryelemente in der Musik enthalten sein dürfen. Mit „Heimspiel“ hat das Duo im vergangenen Jahr bereits eine Vorab-Single aus dem Album vorgestellt.

14. Norma – Rückenwind

Nach den großen Erfolgen von Acts wie Illegal 2001, Echt und zuletzt Santiano schickt sich nun Norma (Schulz) an, das Musikgeschehen Deutschlands aufzuwühlen. Ihre Lieder singt sie in hochdeutscher, plattdeutscher und friesischer Sprache. Mit „Rückenwind“ verwirklicht die studierte Sängerin, die nicht nur auch Hochdeutsch, sondern gerne auch auf Friesisch und Plattdeutsch singt, nun ihren Traum, Sängerin zu sein. In ihrer norddeutschen Heimat präsentiert die musikalische Geschichtenerzählerin ihr Album im Rahmen einer CD-Präsentation am 27. Oktober.

15. Lydia Daher – Wir hatten Großes vor

Die Berliner Dichterin und Musikerin Lydia Daher legt mit „Wir hatten großes vor“ ihr viertes Album vor. Wie gewohnt, macht sie als Musikerin viel mehr, als ihre eigenen Gedichte zu vertonen, auch wenn mit „Sprache ist ihr Instrument“ geworben wird. Sie setzt musikalisch teilweise sogar Gegensätze zum gesungenen „gesprochenen“ Wort, wenn etwa von der kaputt gehenden „heilen Welt“ die Rede ist und das zu fröhlichen Reggae-Klängen Anlass gibt. Songtitel wie „Küssen an der Küste“ und „Meine Störung“ (?) machen durchaus neugierig.

16. Nervenbeißer – Zeitenwandel

Bereits 2001 gründeten die Songautoren Olaf Seider und Walter Stobbe die Gruppe Nervenbeißer. Nach ersten zaghaften Versuchen, im Business Fuß zu fassen, zieht man sich zunächst – enttäuscht von der Plattenfirma – zurück. 2014 entscheidet dich die wohl der Gothic-Szene bzw. „Neuen Deutschen Härte“ zugehörige Band zur Reunion und veröffentlicht in überarbeiteter Form die CD „Geschlechterschlacht“, die bei Fans und Kritikern gut ankam, neu auf den Markt zu bringen. Nun liegt mit „Zeitenwandel“ ein zweites stark überarbeitetes Album vor. Im kommenden Jahr ist ein komplett neues Album namens „Der letzte Mensch“ geplant.

17. Le Fly – Kopf aus – Fuß an

St. Pauli Tanzmusik – so bezeichnet die 9-köpfige Hamburger Band Le Fly ihre Musik. Einerseits will man richtig gute Laune vermitteln, andrerseits nimmt die Bandmitglied ihr schaffen schon ernst, man versteht sich nicht als reine Tanzkapelle. Auch mit dem dritten Album will die seit rund zehn Jahren bestehende Band keine politischen Aspekte vermitteln, sondern eher ein rundes Album mit verschiedenen Stilistiken präsentieren. Die Gruppe bietet eine spannende Mischung aus Hip-Hop, Reggae und Rock.

18. Die Tüdelband – Live op Amrum in de Blaue Maus

„Platt-Pop aus Hamburg“ bietet die seit 2009 existente „Tüdelband“ um Frontfrau Miriam Buthmann. Warum die Gruppe sich entschieden hat, Pop auf Platt zu machen? Ganz einfach: „Man kann auf Platt schneller auf den Punkt kommen“. Nach drei Alben ist nun die erste Live-CD entstanden – unter sehr ungewöhnlichen Umständen: es war ein Dielenkonzert vor 70 Zuschauern, das den Abschluss der Band in ihrer jetzigen Form markiert. Zwei der vier Bandmitglieder steigen aus, um sich eigenen Projekten zu widmen.

19. D’r Frank – Met un ohne Jedöns

Der Kölner Frank Schalla stellte schon früh seine Leidenschaft für den Gesang kennen und trat in jungen Jahren (als jüngstes Mitglied) einem Männergesangsverein bei. Eine Zeitlang war er als Gründungsmitgllied der Band „de Schluffe“ tätig, fühlt sich aber solo als „d’r Frank“ wohler. Auf seinem neuen Album finden sich 5 neue Lieder und 8 Neuaufnahmen seiner beliebten Schlager. Sein neues Album stellt er standesgemäß in Köln vor – am 4. November im „Haus Böhmer“.

20. Straßenjungs – Hitz

Vor nunmehr über 40 Jahren wurde die Frankfurter Rockband „Straßenjungs“ gegründet, die schon schnell mit Liedern wie „Ich brauch meinen Suff (wie der Spießer den Puff)“ auf sich aufmerksam machte. Anlässlich des 40. Jubiläums hat man mit „Hitz“ nun ein neues Album eingespielt, das laut Plattenfirma folgenden Anspruch hat: „Wer hier auf partykompatible und dosenbiertaugliche Punk-Rockmusik steht, macht mit „Hitz“ genau alles richtig!“ – na denn: Prost!

21. Harald Fendrich – Man sagt ja nix, ma red ja nua

Zweifelsohne steht Harald Fendrich noch immer unter dem Schatten seines berühmten Bruders Reinhard. Erst kürzlich veröffentlichte er seine Debut-CD „Wienereien mit Schlag“. „Menschliche Unzulänglichkeiten und Sonstiges“ präsentiert der Musiker auf seinem neuen Album „Man sagt ja nix, ma red ja nua“.

22. Mariella – Das wahre Leben

Aus Österreich stammt die Sängerin Mariella (Gruber), die seit vielen Jahren bei unseren Nachbarn aktuelle Schlagerproduktionen veröffentlicht und in den 1990er Jahren in vielen wichtigen TV-Shows aufgetreten ist. Nach einer zwischenzeitlichen Karrierepause, die einem schweren Autounfall und dem Tod ihres langjährigen Produzenten geschuldet war, ist sie nun wieder da und präsentiert ihr neues Album „Das wahre Leben“.

23. Freispiel – Degeneration Deluxe

Ein Jahr nach seinem Debut hat der Berliner Rocksänger Stephan Mensger ein neues Album auf den Markt gebracht. Alle neun Songs des Albums hat der Interpret selbst arrangiert, produziert und eingespielt. Laut Info der Plattenfirma ist die Musik von Freispiel eine Mischung aus Electro-Pop, Noise, Post Punk, Autorensong und progressiver Elemente.

Wiederveröffentlichungen

24. Andrea Jürgens – Singt die schönsten deutschen Volkslieder

1981 veröffentlichte der damalige Kinderstar Andrea Jürgens bei der damaligen Arrrrrrcade ein Top-20- Album mit Volksliedern. Wie beim Namen „Jürgens“ üblich, hielt man es lange Zeit nicht für erforderlich, das Album als CD-Re-Release zu veröffentlichen. Posthum hat die Telamo das Unmögliche nun doch möglich gemacht und dieses bemerkenswerte Album erstmals (abgesehen von einer Lebenswerk-Edition) auf CD veröffentlicht .

25. Wincent Weiss – Irgendwas gegen die Stille (de Luxe-Version)

Einmal mehr sah eine Plattenfirma es als wichtig an, ein erfolgreiches Album in einer Spezial-Edition zu vermarkten. Diesmal hat man das Album mit zwei neuen Tracks versehen und ein Akustik-Album produziert und sogar ein Polaroidfoto beigelegt. Daneben enthält die De-Luxe-Version u.a. Socken (!). Inzwischen spielt also auch die Textilindustrie eine Rolle beim Erfolg eines Albums in den Charts.

Tickets bei www.eventim.de